Sepp Matsche von der Anzenkirchner Heilpflanzenschule Hypericum war mit einem Vortrag über Heilpflanzen und ihre Wirkung zu Gast beim Treffpunkt "AusZeit" im Alten-und Seniorenheim St. Vinzenz. Nach einer kurzen Begrüßung im Festsaal durch Heimleiter Jasenko Valjevac ging Kräuterexperte Matsche mit den Teilnehmern hinaus in den Sinnesgarten. "Bei uns sind Essen und Wissen von Kräutern ins Hintertreffen geraten, so nicht in Ländern wie Italien oder Frankreich", begann der Gesundheitsberater. Salatrauke spielte keine Rolle bei uns, bis sie nicht aus Italien als Rucola in unsere Läden zum Kaufen kam. Er zitierte Paracelsus, der bereits im Mittelalter Kräuter und Medizin im Zusammenhang sah, einfach zu den Lebensmitteln gehörend. 12 000 verschiedene Pflanzenarten gäbe es in Europa, 1 500 davon seien genießbar, nur einige Hunderte giftig. Die Heilpflanze Beifuß gäbe es weltweit. Sepp Matsche sprach Vitalität und Schutz durch Heilpflanzen für Körper, Geist und Seele an. Pflanzen können bioaktive Wirkstoffe enthalten und unsere Gesundheit damit positiv beeinflussen. Ob als Tee, Tinkturen oder frisch als Salat verzehrt, mit geringem Aufwand könne man selbst aktiv zur Gesundheit beitragen. Viele Giftpflanzen seien wirkungsvolle Heilpflanzen, er nannte dazu Stufen der Giftigkeit. Die fünft gefährlichsten Giftpflanzen Europas sollte man jedoch kennen: Eisenhut, Fingerhut, Herbstzeitlose, Tollkirsche und Riesenbärenklau. Er nannte die einzelnen Wirkungen und wusste Wissenswertes aus vergangenen Zeiten dazu zu berichten, auch über Kräuter-und Heilkundeexpertin Hildegard von Bingen. Manche Pflanzen wirken allein durch ihren Geruch, das haben die Kursteilnehmer erfahren. Rund 600 Heilpflanzen werden in Deutschland genutzt, 60 bis 80 Pflanzen genügen einem Kräuterheilkundigen in der Regel. Ob als Tee, Umschlag oder Räucherung, viele Anwendungsmöglichkeiten gäbe es. Sie könnten schmerzlindernd sein, tragen zur Heilung bei, stärken das Wohlbefinden oder eignen sich zur Schönheitspflege. "Nicht alles sammeln, der Natur wieder eine Chance geben, nur sammeln wo man sich sicher ist"- appellierte er an die Gruppe. Am besten vormittags sammeln, wenn die Pflanzen abgetrocknet sind und schnell verarbeiten oder trocknen. Er sprach dabei auch von einem Zauber, einer Poesie, gewissen Pflanzen dürfe man nicht einfach mit dem Messer schneiden. Löwenzahn gibt es im Sinnesgarten zu finden, er reinige und stärke die Leber, auch emotionales Gift lasse sich mit ihm vertreiben. Lecker seien Blätter im Salat mit ihren leichten Bitterstoffen. Die Löwenzahnblüten in Honig eingelegt zeigten eine antibiotische Wirkung. Gänseblümchen wirkten besonders auf den Stoffwechsel bei Kindern. Dies wusste man bereits im Mittelalter zu schätzen. Himbeerblätter- das Frauenkraut der Hildegard von Bingen, Brombeerblätter, vieles gab es im Sinnesgarten zu entdecken und besprechen. Rosenstrauch, Hornveilchen, Sonnenhut, Knoblauch, Sepp Matsche hat ein breites Wissen über all diese Pflanzen. Angekommen an der Kräuterspirale gab es noch Tipps zu Schnittlauch, Bohnenkraut, Rosmarin, Salbei, Thymian, Estragon, Zitronenmelisse…"Man wird immer zu einer bestimmten Pflanze eine besondere Beziehung aufbauen", so die Meinung des Dozenten in der Erwachsenenbildung Sepp Matsche. Bei Kaffee und Kuchen zurück im Festsaal wurden noch Fragen beantwortet, Wissenswertes rund um Heilkräuter vermittelt.
Quelle Text und Foto: PNP, Johanna Maier