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Stand: 04.11.2015

Pressemitteilung

Die Natur als Türöffner

Spenden machten eine neue Kooperation zwischen dem Ambulant Betreuten Wohnen für Menschen mit stoffgebundenen Süchten des Kreis-Caritasverbandes Rottal-Inn e.V. und Susanne Anzeneder von Inn-Natur möglich. Susanne Anzeneder und ihr Partner Simiel Berz setzen bei Inn-Natur auf ein naturgestütztes Konzept, das tiergestützte, umweltpädagogische, handwerkliche und therapeutische Naturerlebnisse für alle Altersgruppe umfasst. Die Idee für die aktuelle Kooperation entstand aus der Überlegung heraus, wie man den von Sucht betroffenen Klienten des Ambulant Betreuten Wohnens in einem professionellen Setting neue Erfahrungen und Erlebnisse abseits ihres Alltags ermöglichen könnte. Dieser ist aufgrund ihrer Erkrankung und oft auch wegen der gesellschaftlichen Stigmatisierung sehr herausfordernd und belastend. In diesem Rahmen konnte den Klienten und ihren Betreuerinnen ein Angebot über vier Vormittage auf dem Hof von Inn-Natur in Simbach am Inn gemacht werden. Das Ergebnis waren vier ereignisreiche Tage an einem ganz besonderen Ort, die allen Teilnehmer noch lange in Erinnerung bleiben werden. Los ging es dann aber erstmal mit dem Ankommen: Wenn man zu Inn-Natur will, muss man erstmal gehen, denn geparkt wird oben auf einem Hang. Ein langer Kiesweg führt hinunter zu dem abgelegenen Hof und dieser muss zu Fuß bewältigt werden. Im wahrsten Sinne: ein langsames Ankommen. Doch mit jedem Schritt beschleicht einen das Gefühl, dass das nicht zufällig so ist. Der Alltag hat Zeit, in den Hintergrund zu treten und die Gedanken an Termine, Probleme, und Sonstiges verblassen. Stattdessen öffnet sich der Blick für all das, was diesen Ort besonders macht: Die Ruhe, die friedliche Stimmung, die Tiere, die dort ihr Leben genießen und Besucher gern daran teilhaben lassen und natürlich auch die Unvoreingenommenheit und Offenheit der Betreiber und Fachleute des Hofes. Am ersten Tag waren dann alle trotzdem noch ein bisschen aufgeregt: Was genau erwartet uns? Was werden wir machen? Wie wird es in der Gruppe sein? Doch Frau Anzeneder und Herr Berz, die beiden Fachleute von Inn-Natur, ließen die Teilnehmer schnell auftauen und so saß die Gruppe bei strahlendem Sonnenschein in einer herrlich ruhigen Umgebung bald in lockerer Atmosphäre zusammen. Die beiden hatten natürlich auch Pläne für die gemeinsame Zeit parat, waren aber immer offen für die Wünsche der Teilnehmer. So konnte die Gruppe bei jedem Termin entscheiden, was beim nächsten Mal gemacht wird. Und so unterschiedlich wie die Klienten sind, so unterschiedlich waren auch die Aktivitäten: Man kam in Kontakt mit den Tieren am Hof, es wurde Lagerfeuer gemacht, gemeinsam gegrillt oder mal wurden Bögen gebaut. Und so schön jede dieser Aktivtäten an sich schon ist, ist doch das besonders schöne was dabei entstand: Vertrauen, Gemeinschaft, Gespräche, Austausch, Verständnis und viele gemeinsame Erinnerungen. Lachen, Ausgelassenheit, die Sorgen hinter sich lassen und neue Erfahrungen machen… für die suchtkranken Klienten des Betreuten Wohnens in ihren herausfordernden Lebenssituationen schon lange keine Selbstverständlichkeit mehr. Die Ruhe und Sicherheit, die dieser Ort und die Menschen, die ihn betreiben, ausstrahlen, machten genau das bei den vier Treffen möglich. Doch die Tage bei Inn-Natur standen nicht nur für die schönen Seiten des Lebens. Der Ansatz von Frau Anzeneder ließ auch den Raum und die Zeit, über negative Gefühle und Erlebnisse zu sprechen und sie zu würdigen. Und so waren diese Tage am Ende echte Türöffner zu so vielem, was im Alltag nicht möglich war. Das Fazit der Teilnehmenden fiel dementsprechend eindeutig aus: wir würden gern wieder und gern öfter kommen. Umso schwerer fiel der Abschied am letzten Tag. Doch genauso wie der lange Kiesweg jedes Mal beim Ankommen geholfen hat, so half er auch, gerade an diesem letzten Tag, langsam Abschied zu nehmen. Der Dank der Klienten und Mitarbeitenden des Ambulant Betreuten Wohnens geht an die Orts- und Pfarr-Caritasvereine, die das Ganze durch ihre Spenden möglich machten sowie an das Team von Inn-Natur, die daraus so viel für die Teilnehmenden schöpfen konnten.



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