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Stand: 04.11.2015

Pressemitteilung

Ein Besuch in der Suchtberatung mit Substitutionsambulanz in Pfarrkirchen

Dies konnten die Caritas-Verantwortlichen ihren Besuchern, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und Bezirksrat Dr. Thomas Pröckl, neulich ganz stolz berichten. „Wir sehen es außerdem deutlich an unseren Klienten, sie sind fitter und 15 Prozent von ihnen konnten wir bereits wieder in ein Beschäftigungsverhältnis bringen“, erzählt der Leiter der Psychosozialen Beratung und Behandlung (PSBB), Günter Toth. Ohne Substitution wäre das nicht möglich gewesen. Substitution bedeutet, dass von Drogen (etwa Heroin) Abhängige mit medikamentösen Ersatzmitteln behandelt werden, die dann nach und nach reduziert werden bis der Behandelte im besten Fall seine Sucht besiegt hat. „Bei einem Drittel dauert das etwa ein Jahr, bei einem Drittel bis zu fünf Jahren, beim Rest ist eine lebenslange Behandlung nötig“, informierte beim Vor-Ort-Termin Dr. med. Eduard Boniakowski, der mit seiner überörtlichen Gemeinschaftspraxis mit Hauptsitz in Regensburg die Behandlung in Pfarrkirchen vornimmt. Für die Betroffenen eine enorme Erleichterung, waren dafür zuvor doch lange Wege nach München, Passau oder Regensburg nötig gewesen. Der Mediziner nutzte den Politikerbesuch auch gleich, um auf Missstände in Sachen Krankenkassenabrechnung hinzuweisen. Denn noch habe die Substitution nicht den Stellenwert als „Sicherstellungseinheit“, so dass beispielsweise im Krankheitsfall der Einsatz eines Vertretungsarztes in Pfarrkirchen, der eigentlich für Patienten in einem anderen Gebiet „eingeteilt“ ist, für die Praxis nicht abzurechnen ist. „Dann zu sagen: Heute kommt leider kein Arzt, ist äußerst unbefriedigend“, so Boniakowski.

456 Klienten werden in der PSBB derzeit betreut, 52 von ihnen werden substituiert. Mit der Kombination dieser Angebote hat man in Pfarrkirchen ein bayernweites Alleinstellungsmerkmal, das wegen der begleitenden psychosozialen Beratung für die Betroffenen sehr sinnvoll ist. „Der Staat spart sich damit langfristig enorme Kosten“, machte der Einrichtungsleiter deutlich, da nicht nur die Behandlungkosten im Gesundheitswesen, sondern auch die sozialen Kosten (Arbeitslosigkeit etc.) pro erfolgreich behandeltem Patienten wegfallen.

Damit alles mit rechten Dingen zugeht, gibt es in den Räumlichkeiten im Obergeschoss des Pfarrkirchner Bahnhofs spezielle Vorkehrungen, wie etwa einen mit dem Boden verschraubten Tresor, in dem die Medikamente gelagert werden, oder einen Dosierapparat, der mit dem zentralen Praxiscomputer in Regensburg vernetzt ist und mit dessen Daten (zur Vermeidung von Doppelvergaben und Missbrauch) auch das Bundeszentralregister versorgt wird.

Viel Lob gab es von Heinrich und Pröckl für den Leiter Günter Toth, der in den zweieinhalb Jahren seiner Dienstzeit, die Patientenzahlen der Einrichtung, die seit elf Jahren besteht, fast verdoppelt hat. „Wir sind sehr froh, dass das Angebot immer besser angenommen wird, denn viele Menschen brauchen Unterstützung und das manchmal auch ganz schnell“, so der Bezirkstagspräsident. Da die stationären Plätze an den Bezirkskliniken voll belegt sind, seien ambulante Beratungsangeobte vor Ort umso wichtiger. Bezirksrat Thomas Pröckl zeigte sich ebenfalls sehr angetan von der Arbeit der Caritas, die als Träger dieser Einrichtung finanziell vom Bezirk Niederbayern unterstützt wird. Für die gute Zusammenarbeit und den Besuch vor Ort bedankte sich Eva Reiter, geschäftsführender Vorstand des Kreiscaritasverbandes Rottal-Inn, bei den Gästen und verdeutlichte nochmals das gemeinsame Ziel von Caritas und Bezirk: Die Leute, die Hilfe brauchen, nicht im Regen stehen lassen, sondern gemeinsam alles daran setzen, um ihnen zu helfen.

Quelle: Pressestelle Bezirk Niederbayern

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